Der skurrile Kettensäge-Prozess: Jens Lehmann vor Gericht

Veröffentlicht am: 11.Dezember.2023Kategorien: RechtlichesLesezeit: 2 Min.
kettensägenmann
Avatar-Foto
Nora Wölflick schreibt bei Recht 24/7 über interessante, tagesaktuelle Themen für den Love & Law Blog.

Ungewöhnlicher Nachbarschaftsstreit in Berg am Starnberger See

In einem bemerkenswerten Gerichtsverfahren in München steht der ehemalige Nationaltorwart Jens Lehmann im Mittelpunkt eines kuriosen Nachbarschaftsstreits. Angeklagt wegen Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung, Beleidigung und versuchten Betrugs, dreht sich der Prozess um einen Vorfall mit einer Kettensäge und den Neubau einer Garage.

Die Eskalation einer langjährigen Fehde

Der 92-jährige Walter Winkelmann, Nachbar von Lehmann, berichtet mit einem Hauch von Humor über die Vorfälle. Er schildert, wie er durch Überwachungskameraaufnahmen von seinem Schwiegersohn erfahren hat, dass Lehmann mit einer Kettensäge auf seinem Grundstück agierte. Laut Anklage ging Lehmann in Winkelmanns Garage, um einen Dachbalken durchzusägen und fällte zudem eine junge Birke auf dessen Grundstück. Lehmann behauptet, dies sei auf Wunsch des Nachbarn geschehen, was Winkelmann jedoch anders sieht.

Lehmanns seltsame Erklärungen vor Gericht

Vor Gericht gibt Lehmann an, “arbeitsloser Fußballtrainer” zu sein und liefert verwirrende Erklärungen zu den Vorwürfen. Er könne sich nicht erinnern, warum er die Kettensäge an den Holzbalken angesetzt habe, und beteuert, keinen Schaden in der Garage verursachen zu wollen. Er sei lediglich neugierig gewesen und habe zufällig noch die Kettensäge dabei gehabt.

Weitere Anklagepunkte und Lehmanns Verteidigung

Neben dem Kettensägen-Vorfall wird Lehmann vorgeworfen, Polizisten beleidigt zu haben und unberechtigterweise ein Parkhaus verlassen zu haben, ohne zu bezahlen. Lehmann weist diese Vorwürfe zurück und sieht sich als Opfer von falscher Verdächtigung und Rufmord.

Zivilrechtliche Einigung und die Hoffnung auf Frieden

Zivilrechtlich haben sich Lehmann und Winkelmann bereits geeinigt, wobei Lehmann 60.000 Euro gezahlt hat. Der Prozess, der sich über zwei Tage erstreckt, könnte kurz vor Weihnachten zu einem Urteil kommen. Trotz des intensiven Streits hofft Winkelmann auf ein friedliches Miteinander mit seinem prominenten Nachbarn.

Fazit

Der Fall Lehmann zeigt, wie ein Nachbarschaftsstreit eskalieren und zu einem aufsehenerregenden Gerichtsverfahren führen kann. Die bizarr anmutenden Ereignisse rund um den ehemaligen Fußballstar werfen ein Licht auf die menschlichen Aspekte hinter den Schlagzeilen.

Streit mit dem Nachbarn – Recht 24/7 hilft