Alptraum nach Justizirrtum: Familie W. muss ihr Traumhaus abreißen

Veröffentlicht am: 11.September.2023Kategorien: RechtlichesLesezeit: 2 Min.
haus abreissen
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Christina Schröder schreibt bei Recht 24/7 für den Love & Law Blog über rechtliche Themen.

Ein fataler Justizirrtum hat das Leben einer unschuldigen Familie aus der Bahn geworfen. Eine Kette von Fehlentscheidungen und juristischen Irrtümern hat dazu geführt, dass Christin W. und ihre Familie ihr neu gebautes Traumhaus wieder abreißen müssen.

Ein Grundstück, zwei Eigentümer

Alles begann mit dem Hausbau. Christin (42) und Philip W. (43) aus Rangsdorf hatten sich ihren Traum erfüllt und wollten gerade in ihr neues Heim einziehen, als sie die schockierende Nachricht erhielten: Das Grundstück, auf dem ihr Haus stand, gehörte jemand anderem.

Die Justiz hatte sich geirrt. Eric S. (51), ein amerikanischer Manager, hatte das Grundstück von seiner verstorbenen Großtante geerbt. Trotz der Bemühungen der Familie W. weigerte er sich, das Grundstück zu verkaufen. Brandenburgs Justizministerin Susanne Hoffmann (63, CDU) bestätigte: “Sein Anwalt hat erklärt, dass er unter keinen Umständen zu einem Verkauf bereit ist.”

Folgen eines fehlerhaften Systems

Das Oberlandesgericht (OLG) Potsdam ordnete schließlich den Abriss des Hauses an, weil das Amtsgericht Luckenwalde bei der Suche nach Erben nicht sorgfältig vorgegangen war. Familie W. steht nun vor der herzzerreißenden Aufgabe, ihr Haus abzureißen und eine neue Bleibe zu suchen. Hinzu kommt eine Schuldenlast von 280.000 Euro für das alte Grundstück.

Zum Glück hat sich das Justizministerium eingeschaltet. Nachdem Ministerin Hoffmann eine Entschädigung zugesagt hatte, übernimmt das Land nun die Gerichts- und Anwaltskosten der Familie. Auch die Kosten für den Abriss, den Umzug und ein neues Haus werden vom Justizministerium übernommen. Ein einvernehmlich bestellter Gutachter soll den Zeitwert von Grundstück und Haus ermitteln.

Ein bitterer Beigeschmack

Trotz der finanziellen Unterstützung durch die Justiz bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Was der Familie W. widerfahren ist, ist ein tragisches Beispiel für ein Systemversagen. Es ist zu hoffen, dass solche Fehler in Zukunft vermieden werden, damit nicht noch mehr Familien solche Albträume durchleben müssen. Abschließend bleibt zu sagen: Auch wenn das Rechtssystem Fehler macht, muss es seine Verantwortung wahrnehmen und dafür sorgen, dass die Betroffenen so wenig wie möglich leiden müssen.