Mit der UG (haftungsbeschränkt) hat der Gesetzgeber eine für Gründer attraktive und im Vergleich kostengünstige Alternative zur GmbH geschaffen. Theoretisch reicht schon ein Euro als Einlage, man sollte sich aber trotzdem genau überlegen, wie viel Stammkapital bei Gründung zur Verfügung stehen muss.

Die Gründung einer UG (haftungsbeschränkt) ist gerade für Neuunternehmer mit knappem Budget interessant. Man kann ganz unkompliziert eine UG online gründen, bei Verwendung der Mustersatzung und 5.000 Euro Stammkapital sind die Gebühren für den Notar mit 190 Euro bei einem Gesellschafter, bzw. 260€ bei zwei oder drei Gesellschaftern relativ gering. Für die Registergerichtkosten fallen nochmal 152 Euro an. Außerdem muss auch nicht wie bei einer GmbH von Anfang an ein Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro aufbringen. Theoretisch kann man eine UG (haftungsbeschränkt) bereits mit einem Euro Stammkapital gründen – daher auch der Name „1-Euro-GmbH“. Was sich verlockend anhört, ist in der Praxis aber kaum umzusetzen.

Zahlungsfähigkeit sicherstellen

Ein zu geringes Stammkapital kann schnell zu großen Problemen führen. Denn verfügt ein Unternehmen bei Gründung beispielsweise nur über einen Euro Stammkapital, steht auch nur ein Euro für die Begleichung der ersten Verbindlichkeiten zur Verfügung. Rechnerisch wäre das Unternehmen also schon beim Kauf einer Packung Druckerpapier insolvent. Und das kann für den Geschäftsführer auch juristische Konsequenzen haben, er müsste in diesem Fall ein Insolvenzverfahren einleiten. Es ist also dringend zu empfehlen, das Stammkapital den zu erwartenden Bedürfnissen des Unternehmens entsprechend zu wählen.

Wie viel Stammkapital ist sinnvoll?

Notare setzen in der Regel ein Stammkapital von mindestens 300 Euro voraus, wie hoch das Stammkapital wirklich sein sollte, kann man verallgemeinernd nicht sagen und ist stark von der Art des Unternehmens abhängig. Wer schon beim ersten Auftrag teuer in Vorleistung gehen muss, der braucht auch ein entsprechend hohes Unternehmensvermögen. Weniger kapitalintensive Branchen können bei der Einlage etwas knapper kalkulieren. In jedem Fall sollten mögliche Anlaufschwierigkeiten und konjunkturbedingte Schwankungen bedacht, und auch Puffer für unvorhergesehene Ereignisse eingeplant werden.

Fazit: Bei zu geringem Stammkapital läuft das Unternehmen Gefahr, schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt in die Insolvenz zur rutschen.

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